TaKeTiNa-Rhythmusarbeit

Rhythmus ist in allem und alles setzt sich aus Schwingungen zusammen. Das gilt sowohl auf molekularer, physikalischer Ebene, als auch in unserem persönlichen Leben und Umfeld. Es beginnt bei unseren Körpern, die uns in jedem Moment - getragen von verschiedenen Rhythmen wie dem Herzschlag, dem Atem, den unterschiedlichsten Zyklen von Botenstoffen - mit der Kraft von Rhythmus in Kontakt bringen können. Und es erstreckt sich bis hin zu den uns umgebenden äußeren Einflüssen wie Tag und Nacht und den Jahreszeiten: alles ist Rhythmus. Jeder Klang, jeder Ton eines Liedes besteht aus Schwingungen, jede Farbe wird durch elektromagnetische Wellen sichtbar und für uns von anderen Farben unterscheidbar.

In dieser so rhythmischen Welt stoßen wir in unserer modernen Gesellschaft allerdings oft an die viele Vorgaben und Beschränkungen, die wir uns gesetzt haben. Vieles muss sehr schnell machbar, erreichbar, leistbar sein und Anforderungen von außen müssen oft über die eigenen Wünsche, manchmal sogar über die eigenen Bedürfnisse gestellt werden. In dieser schnellen Welt mit hohen Ansprüchen können wir nicht immer unserem eigenen inneren Rhythmus folgen und drohen, den Kontakt zu ihm manchmal ganz zu verlieren.

Das Gebot von Schnelligkeit und Leistung war aber nicht immer und ist nicht überall von gleicher Wichtigkeit. Während es heute an vielen Ecken und Enden dazu führt, dass wir immer mehr zu Einzelkämpfern werden, gibt es an anderen Orten der Welt noch mehr Verbundenheit und Gemeinschaft. Es gibt mehr Räume und die Zeit, um zusammenzukommen, gemeinsam zu musizieren, zu tanzen, zu feiern. Gerade ein verbindendes Element wie Rhythmus kann die Basis sein, auf der Begegnung stattfinden kann - sowohl mit anderen, als auch mit mir selbst.

In der TaKeTiNa-Rhythmusarbeit nun wollen wir unter anderem zweierlei verbinden: Wir wollen einen Raum schaffen, wo die tiefe Sehnsucht sich erfüllen darf, einmal ganz in das eigene Zeitmaß einzutauchen und im gemeinsamen Tun alle Zeit der Welt für sich zu haben. Wir können Konzepte wie "Können-sollen" und "Beweisen-müssen" loslassen und einfach mit dem sein, was gerade ist. Gleichzeitig kann dieser gemeinsame Raum erfahren werden als ein tragendes Feld, wo durch gemeinsames Sprechen und gemeinsame Schritte der zu Grunde liegende Rhythmus hörbar, spürbar und erlebbar wird, der Halt gibt und uns im Loslassen unterstützen kann.

TaKeTiNa-Rhythmusarbeit findet in einer Gruppe von Menschen statt, die, begleitet von einer großen Trommel, zusammen Silben sprechen und Schritte setzen sowie später Klatschen und mit den beiden LeiterInnen in einen gemeinsamen Wechselgesang eintreten. Von den LeiterInnen werden verschiedene rhythmische Anregungen und Impulse gesetzt, die dem Vertiefen der rhythmischen Reise und einem tieferen Eintauchen in den Rhythmus dienen. Die TeilnehmerInnen sind dabei stets eingeladen, mit dem zu gehen, was sich gut anfühlt und was Spaß macht - was gerade zu viel ist, kann getrost weggelassen werden. Auch Fehler sind bei TaKeTiNa sehr erwünscht - sie sind die natürlichste Art und Weise zu lernen und helfen das Nervensystem zu stimulieren. In diesem Sinne sind manche Impulse der LeiterInnen auch spielerisch herausfordernd und manchmal bewusst ein wenig irritierend. Während der gesamten Reise sind die TeilnehmerInnen herzlichen eingeladen, sich immer wieder Ab- und wieder Anzukoppeln und sich Ruhemomente zu gönnen. Ein gemeinsamer Augenblick der Stille am Ende erlaubt uns, alles Erlebte noch nachklingen zu lassen.

Die Arbeit mit TaKeTiNa wurde von dem österreichischen Musiker Reinhard Flatischer entwickelt. Mehr Informationen dazu sind unter www.taketina.com zu finden.